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Heidecksburg

Ausflugsziel Heidecksburg

Das im südöstlichen Bereich Thüringens liegende Rudolstadt besaß mehr als vier Jahrhunderte den Status als Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt. Deren weithin sichtbares Wahrzeichen war und ist sowohl in jener Zeit als auch heute das prachtvolle Barockschloss Heidecksburg, das allerdings sein heutiges Aussehen erst im 18. Jahrhundert erhielt.

Kurzer Abriss der Baugeschichte

Die ältesten Teile der auf einem Bergsporn hoch über Rudolstadt liegenden einstigen Burg stammen aus dem 13. Jahrhundert. Als 1571 Graf Albrecht VII. von Schwarzburg die Burg zu seinem Wohnsitz wählte, erfolgte erste gravierende Um- und Ausbauten der Anlage, in deren Ergebnis ein eher schlicht wirkendes Renaissanceschloss entstand. 1576 wurde die Schlosskirche geweiht. Nachdem zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Grafschaft zum Fürstentum avancierte, setzten neue repräsentative Baumaßnahmen ein, in deren Ergebnis das Barockschloss entstand. Dabei wurden auch große Bereiche der bisher klassischen Innenarchitektur in den heiter wirkenden Rokokostil umgewandelt. Heute zeigt sich Schloss Heidecksburg als dreiflügelige Anlage mit einem etwa 40 Meter hohen Barockturm, die mit prachtvollen Festsälen, den ehemaligen fürstlichen Wohnräumen, Galerien und Museen ihre Besucher aus nah und Fern begeistert.

Schloss Heidecksburg Rudolstadt - Innenhof

Schloss Heidecksburg – der Innenhof

Schloss Heidecksburg – seine Festsäle und Wohnräume

Als prunkvollster Saal gilt der im Jahr 1750 fertiggestellte Festsaal. Er zeigt sich ganz im Stil des Rokoko als ein harmonisches Gesamtkunstwerk. Geprägt wird es von farbig getöntem Stuckmarmor, einem gewaltig wirkenden Deckenfresko, Gemälden und plastischen Arbeiten sowie den Logen über seinen Zugängen.
Im gleichen Stil, jedoch unterschiedlich gestaltet und genutzt zeigen sich der Grüne und der Rote Saal. Während ersterer in einer leichten, eleganten Note als Musik- und Gesellschaftszimmer diente, wurde der Rote Saal mit seinen dekorativen Gemälden und einem beeindruckenden Deckenfresko für Staatsgeschäfte und Audienzen genutzt.
Zehn ehemals fürstliche Wohnräume präsentieren sich dem Besucher in unterschiedlichen Stilrichtungen, die den Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts abdecken. Besonders beeindruckend zeigen sich das Delmenhorster Gemach mit einer prächtigen Stuckdecke, die mit eindrucksvollen Gemälden geschmückte Oldenburger Galerie sowie das um 1700 entstandene Spiegelkabinett.
Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass die Prunksäle und fürstlichen Wohnräume nur im Rahmen von Führungen stattfinden, die im stündlichen Rhythmus angeboten werden.

Dauerausstellungen und Museen

Eine einzigartige Miniaturwelt erwartet die Besucher in der ehemaligen fürstlichen Hofküche mit der Ausstellung „Rococo en miniature“. Rund um originalgetreu im Maßstab 1:50 dargestellte Schlösser, Palais und Kirchen erzählen detailliert dargestelltes Inventar und hunderte Figuren vom Leben im 18. Jahrhundert. Geschaffen wurde das Gesamtkunstwerk von zwei begabten Schöpfern in einem Zeitraum von circa 50 Jahren.
Im „Blauen Salon“ des Südflügels sind in der Gemäldegalerie Werke mehr oder weniger bekannter Maler aber auch der älteste thüringische Schnitzaltar aus dem Jahre 1390 zu bestaunen. Nicht minder sehenswert zeigt sich die Porzellangalerie, in der prunkvolles Geschirr und kunstvolle Figuren aus den Porzellanmanufakturen Thüringens gezeigt werden.
Das Museum für Schwarzburgische Geschichte und das Naturhistorische Museum runden die breite Palette der Dauerausstellungen ab.

Veranstaltungen auf der Heidecksburg

Während ein Terrassencafé und ein vor dem Schloss befindliches Teehaus für das leibliche Wohl der Schlossbesucher sorgen, nehmen die Rudolstädter Einwohner und natürlich auch zahlreiche Gäste gern an den jährlichen, im und am Schloss stattfindenden Veranstaltungen teil. Mehrmals jährlich finden im Festsaal Schlosskonzerte der Thüringer Symphoniker statt. Vor der Kulisse der Heidecksburg lädt das Sommertheater zu Freilichtaufführungen ein und ein rauschendes Barockfest mit festlichem Ball und barocken Konzert gilt als Höhepunkt der jährlich durchgeführten Veranstaltungen. Diese finden am 4. Advent mit dem Weihnachtsmarkt im Schlosshof einen würdigen Abschluss.


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