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Saale-Radwanderweg

Im Fichtelgebirge am Nordwesthang des Großen Waldsteins entspringt in 707 Meter Höhe die Saale, die zu den bedeutenden Nebenflüssen der Elbe zählt. Nach etwa 427 Kilometer mündet der Fluss bei dem Städtchen Barby in der Nähe von Magdeburg in die Elbe. Entlang der Saale befindet sich ein Radwanderweg, der zu den schönsten Deutschlands gehört.
Die Strecke beginnt in Zell im Fichtelgebirge und führt durch Landstriche von Oberfranken, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der Saale-Radwanderweg stellt unterschiedliche Ansprüche an den Radwanderer. Asphaltierte Wege und wenig befahrene Landstraßen sind ebenso zu bewältigen wie Wege, die durch Wälder und Felder führen und teilweise nicht ausgebaut sind. Insgesamt hat es der Radwanderer mit einer anspruchsvollen, aber nicht übermäßig schwierigen Strecke zu tun. Zwischen Hof und Saalfeld wird die Herausforderung größer. Vor Saalfeld sind Steigungen bis zu 10 Prozent zu überwinden. Hier haben besonders Trekking- und Mountainbiker ihren Spaß. Wer mit einem Tourenrad unterwegs ist, sollte für den gesamten Saale-Radwanderweg eine breitere Bereifung wählen. Ab Jena gibt es kaum noch nennenswerte Steigungen. Der Saale-Radwanderweg ist daher von Jena bis zur Saalemündung auch für Familien mit größeren Kindern und für alle Radler geeignet, die es etwas gemütlicher angehen lassen wollen. Der Radweg ist insgesamt gut beschildert. Auf einem weißen Dreieck mit einem blauen Balken ist neben einem stilisierten Radfahrer auch der jeweilige Routenname angegeben.

Hotel, Pension und Ferienwohnung am Saale-Radwanderweg

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Wälder, Schluchten und Stauseen am Saale-Radwanderweg

Die Stauseen im Thüringer Schiefergebirge, die an Fjorde erinnern, sind ebenso Abbild einer faszinierenden Natur wie die Nadelwälder des Fichtelgebirges und die zahlreichen engen Schluchten. Nicht nur für Weinkenner ist das sogenannte Weindreieck Saale-Unstrut eine besondere Empfehlung. Abseits der Strecke laden Städte wie Jena und Naumburg zum Verweilen ein. Hier können interessierte Radwanderer viel über die regionale Geschichte und Kultur erfahren. Wer Zeit und Muse hat, die gesamte Strecke abzufahren, dem wird eine Einteilung in acht Etappen empfohlen. Unterwegs bieten sich zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Wer in der Hauptsaison unterwegs ist, der sollte sich vorsorglich um die logistischen Details kümmern. Wer nur einmal für ein paar Tage vom Alltag abschalten will und nicht die Zeit für die kompletten 427 Kilometer hat, kann natürlich auch einzelne Etappen auswählen oder seine ganz persönliche Tagesstrecke bestimmen.

Von Blankenstein nach Rudolstadt

Rund 180 Kilometer des Saale-Radwanderwegs führen durch Thüringen, wo die Tour in Sparnberg, einem Ort in der Nähe der ehemaligen innerdeutschen Grenze, beginnt und an der thüringischen Landesgrenze in Kaatschen-Weichau endet. Eine beliebte Teilstrecke ist die Route von Blankenstein nach Rudolstadt, die mit den Steigungen vor Saalfeld eine Herausforderung für sportlich ambitionierte Radler ist. Ab Saalfeld bis zur Landesgrenze sind nur noch kleinere Erhebungen zu bewältigen. Die Tour von Blankenstein nach Rudolstadt hat eine Gesamtlänge von 62,5 Kilometer bei Gesamthöhenmeter von 1.181 Meter. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometer erreicht der Radfahrer nach gut vier Stunden sein Ziel. Wer mehr Zeit einplant, hat Gelegenheit, das eine oder andere Kleinod abseits des Radweges kennenzulernen.

Start am Drehkreuz des Wanderns

Die Radtour von Blankenstein aus beginnt auf dem Selbitzplatz. Hier endet beziehungsweise beginnt Deutschlands bekanntester und längster Höhenwanderweg – der Rennsteig. Von diesem Drehkreuz des Wanderns führt die Strecke nach Harra. Von den 3,5 Kilometer werden rund zweieinhalb über den Rennsteig zurückgelegt. In Lemnitzhammer wird im Anschluss ein Eisenbahnviadukt durchquert. Weiter geht es entlang am Ufer des Bleilochstausees, der in Deutschland der größte ist und zu einer Rast einlädt. Waldwege weisen die Richtung nach Saalburg zum Thüringer Meer. Wer sich für Märchen interessiert, der kann im Märchenwald dem größten Hexenhaus Europas einen Besuch abstatten. Alternativ dazu bietet ein Kletterwald die Möglichkeit, sich zwischen den Baumkronen auszutoben.

Radeln auf einer ehemaligen Bahntrasse

Eine ehemalige Bahntrasse ist Teil des Saale-Radwanderwegs und führt über die Bleilochstaumauer. Die Saale wird auf einer Holzbrücke überquert – schon ist Burgk erreicht, dessen Schloss zu den schönsten Schlössern in Mitteldeutschland gehört. Sowohl die Schlosskapelle mit der Silbermannorgel als auch der größte Küchenkamin Deutschlands sind Sehenswürdigkeiten, die sich niemand entgehen lassen sollte. Über wenig befahrene Landstraßen und gut ausgebaute Forstwege ist Ziegenrück die nächste Station der Route. Hier bietet ein Museum Einblick in die Nutzung der Wasserkraft. Kraft tanken sollten auch die Radler in Ziegenrück, denn anschließend folgt die nächste Steigung. Der Aufstieg führt durch unberührte Natur, die für die Kraftanstrengung entschädigt. Auch die Abfahrt zur Linkenmühle lohnt die Mühe. Während der Fährzeiten von Ende März bis Ende Oktober können die Radfahrer sich von der Mühlenfähre nach Altenroth übersetzen lassen. Als Alternative zur Fähre kommen nur öffentliche Straßen in Betracht, die nicht als Radweg gekennzeichnet sind. Von Ziegenbrück nach Liebschütz müssen die Radler eine ordentliche Steigung erklimmen, bevor es abwärts zur Ottermühle geht, um dann erneut bis nach Altenbeuthen bergauf zu fahren. Von hier aus führt die Strecke wieder zum Saale-Radwanderweg. Ein Stausee und die Mittelgebirgslandschaft entschädigen für die Mühen, wenn es von Altenroth zur Hohenwartetalsperre geht. An- und Abstiege wechseln sich stetig ab. Bei einem Besuch des Volkskundemuseums in Reitzengeschwenda ist Gelegenheit zum Verschnaufen. Wer ohne Pause im Sattel bleibt, der kann gleich gemächlich bergab bis zu Staumauer in Hohenwarte radeln.

Auf ebener Strecke von Hohenwarte nach Kaulsdorf

Für den weiteren Streckenverlauf von Hohenwarte nach Kaulsdorf bedarf es ebenfalls keiner sportlichen Höchstleistung. Hier dürfen die Radfahrer sich auf eine ebene Strecke freuen. Erst auf dem Teilabschnitt Kaulsdorf nach Saalfeld geht es erneut steil auf und ab. Die Feengrotten in Saalfeld bieten den Besuchern ein farbenreiches Schauspiel. Die „Steinerne Chronik Thüringens“ ist über 1100 Jahre alt. Nicht weit davon entfernt steht mit St. Martin eine Kapelle für Radfahrer. Die letzte Teiletappe führt von Saalfeld nach Rudolstadt. Die rund 15 Kilometer werden auf Nebenstraßen und gut ausgebauten Radwegen zurückgelegt. Die Strecke verzeichnet keine nennenswerten Aufstiege und kann auch von Familien mit Kindern bequem befahren werden. Das Ziel Rudolstadt ist nun bald erreicht. Dort können die Besucher durch die historische Altstadt flanieren. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Residenzschloss Heidecksburg, das über der Altstadt thront. Im Jahr 1788 trafen sich dort zum ersten Mal die Dichterfürsten Schiller und Goethe. Eine Zeitreise in die Vergangenheit bietet das Freilichtmuseum im Heinrich-Heine-Park am Saaleufer. Liebevoll restaurierte „Thüringer Bauernhäuser“ erzählen von vergangenen Zeiten. Entlang der Strecke gibt es ein breites Angebot an gastronomischen Betrieben, die Radwanderer willkommen heißen. An verschiedenen Orten können Fahrräder ausgeliehen werden. Manche Stationen bieten auch einen Reparaturservice.


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